19.12.2023

So treffsicher und so daneben lagen unsere 9 Thesen für 2023…

Credion Portrait

Das Prognosegeschäft lehrt Demut - auch wenn wir mit unseren Vorhersagen für 2023, die wir im Dezember 2022 veröffentlicht haben, recht gut lagen. Gerade diskutieren wir unsere Prognosen 2024. Hier könnt Ihr Euch schon mal ansehen, welche unserer Vorhersagen für 2023 Wirklichkeit wurden und welche nicht. Kernaussage: Bei den ökonomischen Prognosen lagen wir ziemlich durchgängig richtig, bei den politischen Progosen waren wir zu optimistisch. Und obwohl wir bei der Wetterprognose auch richtig lagen, hätten wir nicht erwartet, dass die Niederschlagsmenge in Hamburg um fast 35% höher lag als in London…

1.     Die Inflationsrate in Deutschland wird sich auf rund 5-6% verringern

Die Prognose passte. Nach einer aktuellen Prognose des ifo-Instituts liegt voraussichtlich die Inflation auf Gesamt-Jahresbasis auf 5,9%. Wie von uns erwartet hat sich der Preisauftrieb im zweiten Halbjahr deutlich verringert und lag im November bei 3,2%.  

2.     Die deutsche Wirtschaft wird im Gesamtjahr 2023 stagnieren

Auch damit lagen wir recht gut. Die Gemeinschaftsdiagnose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert für das Jahr 2023 einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent. Insbesondere traf die Erwartung zu, dass die Nachfrageschwäche in der Bauwirtschaft die Konjunktur ausbremst.

3.     Keine Zinserhöhungen der EZB im 2. Halbjahr 2023

Da waren wir zu optimistisch. Im August und September erhöhte die EZB die Leitzinsen um je 25 Basispunkte auf aktuell 4,5%

4.     Die Lieferkettenprobleme entspannen sich. Es bleibt aber beim Trend zum Nearshoring

Da lagen wir richtig. Bereits im Mai standen laut Institut für Weltwirtschaft, Kiel, nur noch 6,8 Prozent aller verschifften Waren im Stau. Das entspricht dem Durchschnitt der Jahre vor der Corona-Pandemie. Auf dem Höhepunkt der Krise war der Wert auf fast 14 Prozent gestiegen.

5.     Die Arbeitslosenquote in Deutschland wird bei unter 6% verharren

Stimmt ebenso. Im November 2023 lag die Arbeitslosenquote mit 5,6% noch unter 6%.

6.     Energiepreissteigerungen zum Teil nachhaltig: Dies stellt ganze Geschäftsmodelle in Frage

Korrekt: Auch 2023 blieben die Energiepreise in Europa und Deutschland trotz starker Rückgänge über den langfristigen Trends.

7.     2023 wird das Jahr des Klimaschutzes

Da waren wir etwas zu optimistisch. Die gute Nachricht: Im Rahmen der Weltklimakonferenz in Dubai (COP28) einigten sich die Teilnehmer auf erste Regeln für den Fonds für die Bewältigung klimabedingter Schäden und Verluste. Die COP28 beschloss zwar nicht den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern, ruft aber erstmals dazu auf, sich von diesen abzuwenden. Dies müsse außerdem schon in diesem entscheidenden Jahrzehnt beschleunigt werden, um im Jahr 2050 Treibhausgasneutralität zu erreichen.

8.     Europa wird aus den internationalen Konflikten einheitlicher und gestärkt hervorgehen

Wir bleiben positiv, auch wenn das Jahr 2023 keines war, das Europa sichtbar hat erstarken lassen. Während in Polen wieder eine proeuropäische Regierung die Amtsgeschäfte führt, droht in den Niederlanden wie inzwischen in der Slowakei eine antieuropäische Regierung.

9.     In Hamburg wird es 2023 mehr Regentage geben als in London.

Eine ziemlich sichere Wette: Das stimmte 2023 – wie fast in jedem Jahr. Und auch bei der Niederschlagsmenge lag Hamburg vorne: In diesem Jahr plätscherte in Hamburg schon bis heute 969 Millimeter flüssiges Gold auf die Stadt an Elbe und Alster (18.12.2023). Satte 32,7% mehr als im gesamten Vorjahr – und 34,4% mehr als in London.

Unternehmens-Insolvenzen: Rettung mit Hürden 🚫

Unternehmens-Insolvenzen: Rettung mit Hürden 🚫

„Zahl der Firmenpleiten erreicht neuen Rekordwert“, „Höchststand bei Firmenpleiten“ oder „Rekord-Insolvenzen in 2024“ waren nur drei von zahlreichen alarmierenden Schlagzeilen aus dem ersten Halbjahr 2024. Kleiner CREDION-Check für die Freunde der Fakten: Zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2019 lag das arithmetische Mittel der Unternehmensinsolvenzen pro Jahr bei exakt 29.099 – und damit um satte 63,3% höher als im vergangenen Jahr (17.814). Richtig ist aber: Die Zahl der Insolvenzen bei Großunternehmen wächst und die Rettung aus der Insolvenz wird zunehmend schwierig.

16.07.2024

Werte schaffen mit... Monika Beck

Werte schaffen mit... Monika Beck

Mit einer beeindruckenden internationalen Karriere in der Finanzindustrie ist Monika Beck eine renommierte Persönlichkeit im Finanzsektor. Seit Juli 2018 ist sie Geschäftsführerin der DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, einer der weltweit führenden Entwicklungsfinanzierer. Dort bringt Monika Beck ihre umfangreiche Expertise für die Finanzierung nachhaltiger Investitions- und Wachstumsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländer ein. Zuvor war sie über 17 Jahre in leitenden Funktionen im Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank der KfW Bankengruppe aktiv. Die Diplom-Volkswirtin arbeitete davor zunächst drei Jahre als Produktmanagerin für L’Oréal und nahezu ein Jahrzehnt lang als Projektmanagerin für die auf kleine und mittlere Unternehmen spezialisierte ProCredit Gruppe in Lateinamerika.

02.07.2024